Dienstag, 11. April 2017

Totenkünstler; Chris Carter: Künstlerisch ausbaufähig


Chris Carter hatte mich mit den ersten beiden Teilen "Der Kruzifixkiller" und "Der Vollstrecker" als großen Anhänger gewonnen. Die Figuren und der Plot waren geistreich entwickelt worden, sodass ich gespannt war, wie die Geschichte um den hochintelligenten Hunter weitergehen würde.
Der Nachfolger "Der Knochenbrecher" war anschließend deutlich schwächer und dieses Adjektiv muss man leider auch für den neuen Teil verwenden.

Die Geschichte beginnt ähnlich spannend wie es einst die Meisterwerke von Chris Carter getan haben. Ein todkranker ehemaliger Staatsanwalt wird bestialisch ermordet. Dieser Umstand impliziert die Fragen, wieso man einen bereits leidenden Menschen noch zu quälen braucht? Aus welchem Grund ein bevorstehender Tod noch beschleunigt werden muss?
Hinzu kommt, dass der Täter eine Skulptur aus den Körperteilen hinterlassen hat. Eine ekelerregende Konstruktion, die ein unfassbares Geheimnis in sich birgt, welches dem Ermittlerduo viele Kopfschmerzen bereitet, vor allem, als bei dem zweiten Mord wieder eine Skulptur hinterlassen wird.
Interessant wird der Plot ebenfalls dadurch, dass eine junge Recherchespezialistin dem Team beitritt.
Alice ist eine äußerst attraktive und sehr zielstrebige junge Frau. Zwischen Hunter und Alice scheint sich etwas zu entwickeln, etwas, das weit in ihre gemeinsame Vergangenheit zurück reicht.
Als die ersten Verdächtigen in die Schusslinie des Morddezernats geraten, entwickelt sich eine bizarre Geschichte.
Hierbei sehe ich die größten Defizite des Thrillers. Konstruieren ist das Werkzeug eines jeden Thrillerautors. Jedoch ist die Balance zwischen Konstruktion und Entwicklung die Basis für eine Spannung. Diese wird durch zahlreiche zu fiktionale Gegebenheiten aus dem Gleichgewicht gebracht. Leider ist vieles viel zu unrealistisch dargestellt worden. Ich hoffe, dass sich im nächsten Teil "Der Totschläger", die Episode wieder in gewohnte Qualität umwandelt.



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